Hochhauser: Maßnahmen gegen Investitionszurückhaltung setzen

18.10.2012
Mag. Sabine Radl

Wirtschaft fordert Impulse für Investitionen – Diskussion über neue Steuern und Belastungen verstärkt Verunsicherung der Betriebe

   

„Die konjunkturelle Situation ist aus Sicht der österreichischen Unternehmen nicht sehr stabil. Im Frühjahr haben die Betriebe noch mit Zuversicht in das anstehende Jahr geblickt. Vor allem in konjunktursensiblen und exportabhängigen Bereichen zeigt sich jetzt aber, dass Kapazitätsauslastung und Produktion zurückgehen und dass es bei Investitionen immer mehr Zurückhaltung gibt“, stellte Wirtschaftskammer-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser bei der diesjährigen „Gewinn-Messe“ in Wien fest. „Wir müssen alles tun, um den Betrieben die Verunsicherung zu nehmen.“

Auf europäischer Ebene sei zu hoffen, dass mit Instrumenten wie ESM, Fiskalpakt und dem Anleihen-Kaufprogramm der EZB etc. nun eine nachhaltige Beruhigung der Märkte eintrete. Auf nationaler Ebene seien mit der Weiterführung der Internationalisierungsoffensive „go international“ von Wirtschaftsministerium und WKÖ, der Förderung der thermischen Sanierung sowie  der Errichtung eines Jungunternehmerfonds zur Erleichterung der Finanzierungsbedingungen vor allem für Gründer und Jungunternehmer wichtige Maßnahmen gesetzt.

„Davon abgesehen werden wir aber weitere stabilisierende und stimulierende Maßnahmen benötigen – kein großes Konjunkturpaket, aber wohl dosierte Impulse, um die Investitionsbereitschaft der Betriebe zu stärken“, so Hochhauser. Die Wirtschaft schlägt hier eine Investitionszuwachsprämie vor. „Wenn die Unternehmen eine Zeitlang nicht in Innovation investieren, fällt das vielleicht nicht sofort auf, kann uns nach einigen Jahren im internationalen Wettbewerb aber massiv zurück werfen.“

Zudem müssten die österreichischen Betriebe in Zukunft noch stärker dorthin, „wo es Wachstum gibt. Wir müssen unsere Anteile in großen Märkten wie z.B. Deutschland und USA verteidigen und ausbauen, darüber hinaus aber die Dynamik der stark wachsenden Märkte – Stichwort BRIC – nützen“.

Extrem schädlich für den Standort und für die Konjunktur seien hingegen die ständigen Diskussionen über Steuererhöhungen. „Wir sollten auf nationaler Ebene endlich damit aufhören, ständig über neue und höhere Steuern und Gebührenerhöhungen zu diskutieren. Das führt in einer wirtschaftlich ohnehin angespannten Zeit zu einer massiven zusätzlichen Verunsicherung der Betriebe.“ (SR)

 

 


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