Wiens und Niederösterreichs Unternehmens- und IT-Berater können sich über eine hohe Kundenzufriedenheit freuen. Das ergab eine Befragung des Gallup-Instituts im Auftrag der Fachgruppen Unternehmensberatung und IT (UBIT) Wien und NÖ. Dabei wurden 1200 Branchenkunden nach ihren Anforderungen an die Berufsgruppe befragt. Gleichzeitig wurde bei 900 Branchenmitgliedern abgefragt, wie sie selbst ihren Berufszweig sehen. Im IT-Sektor waren 90 Prozent der Kunden sehr zufrieden, im Sektor Unternehmensberatung waren es 82 Prozent. „Unternehmensberatung ist schwieriger zu bewerten, und die Anforderungen sind hier besonders hoch”, sagte dazu Niederösterreichs Fachgruppenobfrau Ilse Ennsfellner. Ein Drittel der befragten Betriebe nimmt regelmäßig IT-Berater in Anspruch, zwei Drittel anlassbezogen. Gefragt ist Full Service, am häufigen wird die Installation und Betreuung der Hardware in Anspruch genommen, gefolgt von der Entwicklung, Anpassung und Wartung von Individualsoftware.
Schlüssiges Angebot und nachvollziehbare Kalkulation
Während für die Kunden Kostenoptimierung den wichtigsten Trend darstellt, räumt die Branche dem Thema Mobile Computing die höchste Relevanz ein. Ein Fünftel der Wiener Betriebe nimmt regelmäßig Unternehmensberatungsleistungen in Anspruch, drei Viertel anlassbezogen. Thematisch dominieren die Bereiche Organisation, Prozesse und Technik sowie Unternehmensführung, Coaching, Controlling und Marketing. Empfehlungen sind die wichtigste Auswahlhilfe bei der Suche nach dem richtigen Berater Zukunftstrend aus Kundensicht ist die thematische Spezialisierung der Beraterbetriebe, die Anbieter selbst messen den langfristigen Partnerschaften von Kunden und Berater große Bedeutung bei. Wie im Bereich IT spielen auch hier ein inhaltlich schlüssiges Angebot und eine nachvollziehbare Kalkulation für den Kaufentscheid die größte Rolle.
Neue Norm als Schlüssel zu neuen Kunden
Die Studie helfe, die Angebote noch besser den Erwartungen der Kunden anzupassen, betonte der Wiener Fachgruppenobmann Robert Bodenstein. Immer bedeutender für die Branche werde auch das Thema Standardisierung. Seit einem Jahr gibt es die europäische Norm EN 16114 für Unternehmensdienstleistungen. Die Fachgruppen arbeiten derzeit intensiv daran, ihren Mitgliedern den Nutzen der Norm vor Augen zu führen, so Ennsfellner und Bodenstein. Gerade kleineren Beratern eröffne sich dadurch die Chance, an große Kunden zu gelangen, etwa aus dem öffentlichen Sektor. „Wir werben dafür derzeit an zwei Fronten – sowohl bei den Mitgliedern als auch bei den Kunden”, so Bodenstein. Die Beraterbranche wächst kontinuierlich. In Wien zählt die Fachgruppe UBIT derzeit knapp 18.700 Mitglieder. Vier Fünftel sind Ein-Personen-Unternehmen, 44 Prozent der Betriebe wurden innerhalb der letzten fünf Jahre gegründet.