Schuhhersteller „Waldviertler“ macht deutlich: Schlechte Rahmenbedingungen bei alternativen Finanzierungsformen verhindern Wachstum
„Die Tatsache, dass es für Crowd Funding Plattformen keine einfache Gründungsmöglichkeit gibt, ist mehr als bedauerlich und gehört rasch geändert“, fordert Markus Roth, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft. Gerade die aktuelle Situation der Finanzmärkte und Banken macht es den heimischen Jungunternehmern besonders schwer, neues Kapital zu bekommen. Denn die strengeren Eigenkapitalvorschriften in Form von Basel III erschweren den Zugang zu Krediten. „Es ist deshalb unerlässlich die Rahmenbedingungen für alternative Finanzierungsformen, insbesondere Crowd Funding, zu verbessern. Dort gibt es viel Potential, das noch nicht erschlossen ist. Dass es funktioniert, sehen wir“, erklärt Roth mit Verweis auf den Waldviertler Schuhhersteller GEA, der sich durch ein solches Finanzierungskonzept erfolgreich Kapital für unternehmerisches Wachstum sichern konnte.
Crowd Funding: Viele Kleininvestoren finanzieren ein Projekt
Das Prinzip von Crowd Funding ist simpel: Viele kleine Investoren stellen Kapital für ein Projekt zur Verfügung. Die Kombination aus einer großen Zahl an Investoren und kleinen Investitionsbeträgen sorgt für beeindruckende finanzielle Hebel. „Dadurch haben junge Ideen eine Alternative zu traditionellen Finanzierungsformen“, beschreibt Roth, der sich bereits seit langem für die Schaffung der geeigneten Rahmenbedingungen für Crowd Funding einsetzt. Im deutschsprachigen Raum existieren schon mehrere Plattformen für Crowd Funding. „Österreich ist bei alternativen Finanzierungsformen schon jetzt in Europa abgeschlagen. Wir dürfen nicht auch noch beim Crowd Funding Schlusslicht sein. Hier wird unternehmerisches Potential ignoriert bzw. verhindert. Daher die klare Forderung: Rahmenbedingungen verbessern und alternative Finanzierungsformen für Jungunternehmer ohne Einschränkungen verfügbar machen“, so Roth.
Roth: Erhöhung der Prospektpflicht
Konkret fordert der JW-Chef die Schaffung einer leichteren Gründungsmöglichkeit für Crowd Funding Plattformen sowie die Einführung eines Zertifikats, um die Anbieter für Kapitalgeber transparent zu machen. Als weitere wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Einführung sieht Roth die Erhöhung der Prospektpflicht von 100.000 Euro auf 300.000 Euro, da ansonsten die Kosten der Prospekterstellung einen unverhältnismäßig hohen Teil des Finanzierungsvolumens aufbrauchen würden. (ES)
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Mag. Roman Riedl
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